Kunstkalender

Liebe Freunde der dreidimensionalen Kunst.

Ich freue mich außerordentlich, Ihnen auch für das Jahr 2019 einen wunderbaren Kalender anbieten zu können.

Spannend war die Auswahl unter den vielen herrlichen Bildern die der Künstler und Fotograf Frank Stein eingefangen und hier zusammengeführt hat. So ist ein wahres Kunstwerk entstanden, dass ich Ihnen unten in den Kalenderblättern vorstelle.

Genießen Sie, neben den Veranstaltungen und Führungen im Atelier, diesen Kalender Monat für Monat ein ganzes Jahr hindurch und gern auch darüber hinaus.

Ihr
Thomas Schwarz

Kalenderblätter „Skulpturen 2018“

Titelblatt: Die Skulptur „Umarmung“ lebt von dem Zusammenspiel dreier vollkommen verschiedener Werkstoffe. Dem korrodierten Metall des handgeschmiedeten Wagenrades, dem hellen Holz der Weide sowie als Krönung der Samenstand einer nordafrikanischen Palme. Das Wagenrad wurde nach einem Radbruch an eben diese Weide gestellt und ist dort über Jahrzehnte eingewachsen – quasi von der Weide umarmt. Besonders der Blick durch die vollkommen runde Form des Rades sorgt für eine meditative Spannung der Skulptur. Auch die unterschiedliche Haptik der Materialien inspiriert förmlich zum Anfassen, so wurde zum Beispiel die Weide immer wieder bearbeitet bis ihre samtig weiche Oberfläche zum Vorscheinen kam.

 

Januar: Gewaltig, mächtig oder riesig – in etwa so lässt sich die 8 Meter hohe und größte Skulptur im Skulpturengarten um das Atelier – die „Weltensäule“ beschreiben. Sie entstand aus der Krone einer mehr als 300 Jahre alten Eiche aus Pücklers Urwald. Inspiration war der uralte Brauch der Germanen, Kelten und auch anderer Volker einen riesigen geschnitzten Stamm als allumfassendes Heiligtum zu errichten. Oft auch unter dem Namen Irminsul oder dem Weltenbaum Yggdrasil zu finden. Das Foto zeigt eine Detailaufnahme mit den wunderbaren Verwachsungen und Durchbrüchen. Man kann so durch die Jahrhunderte hindurch schauen und die bewegende Vergangenheit sehen. Dies ist eine meiner ersten Arbeiten, die mit Farb- und Goldpigmenten geprägt ist. Besonders der Kontrast von purpur-roten, gar violetten Farbtönen zum glänzenden Gold kokettiert die Aufmerksamkeit des Betrachters im Sonnenlicht. Unter der Kategorie Holzatelier finden Sie weitere Aufnahmen dieser Skulptur.

 

Februar: „Erinnerung“ steht für einen ganz besonderen und für mich persönlichen Baum der unmittelbar an Pücklers ehemaligem Jagdschloss stand. Eine riesige Platane im unteren Bereich mit einer großen Höhle war ein besonderer Sympathieträger und Charakteristika für die Region. Die Skulptur ist aus einer der großen Astgabeln entstanden und wirkt mit den vielen Durchbrüchen und Öffnungen fast abstrakt. Dies erzeugt Leichtigkeit und Neugier, besonders auch bei diesem winterlichen Motiv. Der tonnenschwere untere Teil der Platane, mit ihrem großen Wurzelsystem, wurde vom Bergbaubetreiber in die neuen rekultivierten Flächen umgesetzt und treibt wie durch ein Wunder wieder frisches Grün. Ein unübersehbares Zeichen der Hoffnung in den wunderbaren neuen Landschaften. Ein Foto vom alten Standort finden Sie unter der Kategorie Vielfalt Holz.

 

März: Wie von einer anderen Welt wirken die unzähligen Wucherungen und Maserknollen der Skulptur „Einsichten“. Die Detailaufnahmen machen diese faszinierende Welt sichtbar. „Einsichten“ wurde aus einem Ast der Pücklerkastanie gearbeitet, die unweit des ehemaligen Jagdschlosses stand. Der Baum wurde um das Jahr 1829 – der Rückkehr Pücklers von seiner dreijährigen Englandreise – gepflanzt. Von dort schreibt er am 25.08.1827 von der „…herrlichen Aussicht auf das gigantische Schloß von Windsor habe, das in der Ferne, in den Rahmen zweier Kastanienbäume eingefaßt, wie ein Feenschloß in der Abendsonne glänzt“. Dies ist nicht die einzige Erwähnung der Kastanien durch den Baumliebhaber und so ist es nicht verwunderlich, dass viele weitere Exemplare gepflanzt wurden. Der gesamte Stamm wog über 3 Tonnen und es entstand eine weitere große Skulptur daraus, welche am Eingang zum Atelier begutachtet werden kann.

 

April:  Aus einer Serie kubistischer Stelen stammt die Skulptur „Kubus Santos“. Sie ist aus dem exotischen Santos Palisander gearbeitet, welcher im tropischen Südamerika wächst. Die geraden perfekten Linien und kubistischen Flächen stehen im starken Kontrast zu dem geborstenen Inneren der Skulptur. Ebenso die Farbkontraste von den herrlichen warmen Farbtönen hin zum tiefen Schwarz. Trotz der klaren Linie bringen diese Art von Skulptur viel Wärme und Natürlichkeit besonders in die moderne Architektur. „Kubus Santos“ befindet sich in Privatbesitz.

 

Mai: Die „Offenbarung“ ist für die Sonderausstellung „Auserlesen“ im Daetz Centrum Lichtenstein entstanden. Sie besteht aus zwei Teilen: Die nach oben strebenden Hände sind aus dem weichen hellen Holz der Wymouthskiefer gearbeitet; das geöffnete Buch aus dem schlicht gemaserten und harten Holz der Rotbuche. Eine der ganz wenigen Arbeiten, die aus mehreren Teilen entstanden ist. Die Skulptur ist im Besitz des Evangelischen Gymnasium Cottbus.

 

Juni: Die tausendjährige Femmeeiche von Göstrup, am Rande des Teutoburger Waldes gelegen, war eine der stärksten Eichen Norddeutschlands. Aus den Relikten dieses Baumes entsteht eine Serie ganz unterschiedlicher Skulpturen. In ihnen lebt die urige Kraft, die Magie und Ausstrahlung weiter und man spürt eine seltsame Aura nicht nur bei der Bearbeitung sondern vor allem in den ruhigen Momenten. „1000/I“ ist die erste Skulptur der Serie und war ein Highlight beim Fotoshoothing an den Schwimmenden Häusern des Geierswalder Sees. Das Bild zeigt die tausendjährige Eiche vor dem beeindruckenden Strandhaus. Die Skulptur befindet sich in Privatbesitz.

 

Juli: Die ab 2013 entstandenen und derzeit über 40 Werke aus der Serie „Vielfalt“ zeigen menschliche Körper in abstrakt, minimalistischer Ausführung. Jede einzelne Stele ob dick, dünn, groß, klein, jung oder alt mit gebeugten Haupt oder aufrechten Gang ist für sich ein Unikat. Diese stehen für die Vielzahl möglicher gesellschaftlicher und menschlicher Interaktionen zueinander und lassen somit viel Spielraum für die jeweilige Interpretation. Die sehr materialbezogene Arbeit macht die Vielfalt der verwendeten Holzarten und Bearbeitungsweisen erlebbar, die aus der ganzen Welt stammen und in ihren verschiedenen Farben und Maserungen erstrahlen. Hier zu sehen ein Paar aus dem Holz der amerikanischen Kirsche sowie das ungewöhnliche afrikanische Zebranoholz.

 

August: Die Natur ist hier nicht nur der Lieferant des Materials, sondern brachte das Motiv gleich mit. Denn in der einstigen Scheibe einer Maserknolle war das wallende Haar einer Dame nicht zu übersehen. So entstand daraus „Das tanzende Paar“. Amboyana so der Name des südostasiatischen Padouk mit den herrlichen Farben und der intensiven Maserung. Durch die Bearbeitung werden die skurrile Struktur und unterschiedliche Wachstumsrichtung des Holzes sichtbar. Die Skulptur befindet sich in Privatbesitz.

 

September: „Hochdruck“ ist noch nicht der Titel der entstehenden Skulptur sondern ein Arbeitstitel. Den beeindruckenden Olivenstamm habe ich vor Jahren, wie viele andere Kostbarkeiten, beim Hamburger Holzhändler Cropp entdeckt und 2017 hat er nun den Weg zu mir gefunden. Das, sicher 2 Tonnen schwere, Kunstwerk der Natur stammt von der griechischen Insel Korfu. Allein auf der Insel soll es 4 Millionen Olivenbäume geben. Um den alten Stamm mit dem urigen Wurzelwerk von den anhaftenden Sedimenten zu befreien waren mehrere Tage nötig, dazu viel Wasser und jede Menge Hochdruck. Entstanden ist ein imposantes Werk, welches unterschiedliche Werkstoffe verbindet und mit farblichen Akzenten den Betrachter zwischen den vielen Details verweilen lässt.

 

Oktober: Hohle Bäume strahlen eine Magie und Mystik aus. Ich liebe es, mit Ihnen zu arbeiten. Zumal man oft nicht das genaue Alter weiß, ist das in unserer so rationalen Welt etwas Wunderbares was durchaus die Phantasie beflügelt. Was werden diese Bäume in all den Jahrhunderten erlebt haben? „Pückler Linde III“ ist aus der Krone einer riesigen hohlen Linde entsprungen, die auf der Jagdschlosswiese stand. Auffällig ist der aufregende Kontrast zwischen dem hellen weichen Splintholz und dem kräftig dunklen Kern im Innern. Des Weiteren geben die Durchbrüche immer wieder neue Sichtweisen. In dieser Serie entstehen noch weitere zum Teil sehr große Skulpturen. Das Werk befindet sich in Privatbesitz.

 

November: Der „Tag des offenen Atelier“ ist immer einer der Höhepunkte im Jahreslauf. Die geladenen Gastkünstler sorgen mit Ihren Werken für eine besondere Atmosphäre und zeigen die unendliche Vielseitigkeit der Kunstszene auf. Bei einem Glas Wein und guten Gesprächen kann man neben meinen Werken auch Malerei und Grafik, Airbrush, Fotografie, Musik und vieles anderes erleben. In jedem Jahr etwas Neues. Auf dem Foto sehen Sie das Model Josephine – das Bodypainting entstand vor Ort durch den Künstler Frank Stein. 2018 öffnen sich die Tore zum Atelier am Sonntag, dem 18. November.

 

Dezember: Farben, die an Bernstein erinnern, eine ungewöhnliche Dimension und eine ganz intensive Maserung kennzeichnen die Eiben Britanniens für diese Serie von Stelen, Skulpturen und Wandreliefs. Das Holz der Eibe ist mir eines der Faszinierendsten, wenn auch nicht einfach zu bearbeiten. So stand die Eibe als heiliger Baum für Unsterblichkeit, in einigen Kulturen als Baum Gottes und gilt als Verbindung zwischen Leben und Tod. Einige der ältesten Bäume Europas sind Eiben und diese Mystik lebt in den Skulpturen weiter.

Den Skulpturenkalender im Format Din A2 können Sie in meinem Shop direkt bestellen und zu sich liefern lassen.

 

Selbstverständklich erhalten Sie den Kalender auch in meinem Atelier und ausgewählen Buchläden.